Schlagwörter

bar

so heisst es beim Arzt, wenn dieser erhöhte Entzündungsmarker im Stuhl feststellt. Diese Entzündungsmarker sind z.B. Calprotectin oder alpha 1-Antitrypsin und diese lösen in unserem Darm offensichtlich entzündliche Reizungen aus. Um nun diese entzündeten Bereiche des Magen-Darmtraktes zu entlasten, sollten schlecht verträgliche Lebensmittel gemieden oder zumindest eingeschränkt werden.
Mit der leichten Kost ist also gemeint, diese schlecht verträglichen Lebensmittel zu ersetzen, um:
1. eine Entlastung und Erholung des Darms
2. eine ausgewogenen Nährstoff- und Energieversorgung sowie
3. einen Ausgleich einer Mangelversorgung bestimmter Nähstoffe
zu erzielen.
Ernährungslehre (Ökotrophologie) gehört zur Ausbildung einer Hauswirtschaftsleiterin. Die Ökotrophologie (griechisch  oikos „Haus“, trophe „Ernährung“ und -logie) ist seit den 1960er Jahren in Deutschland das eigenständige interdisziplinäre Studienfach der Haushalts- und Ernährungswissenschaften. Auch Diätassistentinnen werden von Hauswirtschaftsleiterinnen ausgebildet. Somit möchte ich hier auch einmal ein anderes Thema aufgreifen, was viele von uns zeitweise oder sogar  dauerhaft betrifft. Denn viele chronische Krankheiten des Magen-Darmtraktes benötigen leichte Kost. Eine leichte Magen-Darmverstimmung ist ein zeitweises Problemchen, das wir mit einer zeitweisen Ernährungsveränderung wieder beheben können.
Bestimmte Lebensmittel gelten als magenschonend und leicht verdaulich. Das bedeutet, dass ihr Verzehr in der Regel kaum Verdauungsbeschwerden wie Magenschmerzen, Blähungen, Sodbrennen, Durchfall oder Verstopfung verursacht.
Ob verträglich oder nicht, hängt von jedem einzelnen Betroffenen auch selbst ab. Hier können nämlich auch individuelle Unverträglichkeiten mit einfliessen, wie z.B. eine Lactose (Milchzucker) Unverträglichkeit. Tritt innerhalb einer Stunde nach dem Verzehr von Milchprodukten ein Durchfall oder kräftige Flatuenzen auf, so sollte man auch hier dran denken.
Insgesamt sollte die Kost auf Lebensmitteln, die eine feine Struktur besitzen und dadurch einen geringen bis mittleren Ballaststoffgehalt aufweisen, umgestellt werden. Der Darm sollte geschont werden und seine Arbeit sollte nicht so hoch beansprucht werden. Gleichzeitig aber sollten die Lebensmittel möglichst reich an Vitaminen und Mineralstoffen sein. Länger anhaltende Darmreizungen haben nämlich eine verminderte Nährstoffaufnahme zur Folge.
Dies betrifft häufig folgende Nähstoffe:
1. fettlösliche Vitamine – A-D-E-K
2. B-Vitamine
3. Eisen
4. Selen
5. Zink
6. Natrium
7. Kalium
Häufig liegt auch eine gestörte Fettverdauung vor. D. h. die mit der Nahrung aufgenommenen Fette werden hier zum Teil ungenutzt über den Stuhl ausgeschieden. Man spricht von Steatorrhoe. Speziell bei Fettresorptionsstörungen finden MCT-Fette ihre Anwendung. Aus dem englischen: medium-chain triglycerides (MCTs) oder MCT-Fette, sind Triglyceride, die mittelkettige Fettsäuren enthalten. Zu den mittelkettigen Fettsäuren zählen die Capron-, Capryl-, Caprin- und die Laurinsäure. Die Umstellung auf diese Fette sollte langsam erfolgen, da der Darm eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt. MCT Fette bzw. Produkte sind: Margarine, Speiseöle, Schmelzkäse und Brotaufstriche, die mit vielen Vitaminen oder Omega-3- bzw. Omega-6- Fettsäuren angereichert sind.
Kommen wir noch einmal zur Lactose Unverträglichkeit zurück. Hier liegt auf Dauer ein Calciummangel vor.
Die Milchprodukte, die wir eigentlich zu uns nehmen müssten um den Calciumhaushalt zu decken sollten daher durch folgende laktosefreie Calciumträger ersetzt werden:
1. Sojadrinks
2. laktosefreie Milch und deren Produkte
3. Calciumangereicherte Fruchtsäfte, diese aber verdünnt zu sich nehmen
4. Calciumreiche Gemüsesorten wie Broccoli oder Fenchel (frisch!)
5. Sesam und Nüsse (als Mus leichter verdaulich)
Man muss aber auch auf Lebensmittel achten, die durch ihren hohen  Anteil an Oxalsäure die Calciumaufnahme hemmen.
Diese Lebensmittel sind:
1. Kakao
2. Spinat
3. Sauerampfer
4. Schwarzer Tee
5. Mangold
6. Rhabarber
Somit sei auch hier ein Hinweis gegeben, dass Milchprodukte nicht gleichzeitig mit diesen oben genannten Lebensmittel aufgenommen werden sollten.
Nun zu den Lebensmitteln, die bei einer leicht verdaulichen Kost vermieden werden sollten:
1. blähendes Gemüse wie Kohl, Lauch, Zwiebeln.Paprika, Pilze, Hülsenfrüchte und Gurken.
2. scharfe Gewürze wie Chili, Pfeffer und Paprika.
3. stark fetthaltige Speisen wie Fritiertes, fetter Fisch, Schmalz, fetter Käse und Mayonnaise.
4. stark gezuckerte Speisen wie Süssigkeiten und auch Produkte mit sogen. Zuckeraustauschstoffen wie Fructose, Sorbit etc.).
5. alle kohlensäurehaltigen Getränke.
6. Alkohol.
7. Bohnenkaffee.
8. zu Heisses und
9. zu Kaltes.
Gut verträglich sind hingegen:
1. zartes Gemüse, junges Gemüse und Blattsalate.
2. Schleie sowie Breie aus Flocken oder Schrot.
3. ungesüsste Müslis.
4. als Beilage Naturreis, Hirse, Amaranth, Quinoa und Buchweizen.
5. Vollkornknäckebrot und Zwieback.
6. feine Vollkornbackwaren.
7. Teigwaren und Kartoffeln.
8. Eier, Quark, magerer Fisch, Geflügel, Kalbfleisch.
9. möglichst reifes und säurearmes Obst wie Melonen, Passionsfrüchte und Bananen.
10. Obstmus mit Honig.
Zum Schluss noch erwähnt:
1. Gründlich kauen erspart dem Darm die Arbeit.
2. Genügend Zeit und Ruhe bei der Nahrungsaufnahme.
3. Viel zusätzliche Flüssigkeit gleicht den Flüssigkeitsverlust bei Durchfall aus und erleichtert die Verarbeitung der Nahrung im Magen-Darmtrakt.
4. Hört auf Euren „Bauch“- er sagt Euch was er JETZT gerne essen möchte. Esst das worauf ihr Appetit habt, aber bitte mit Bedacht und nicht in grossen Mengen.
Wie gefällt Euch dieser „andere“ Blogbeitrag?

Möchtet ihr noch weitere Ernährungstips und Themen aufgegriffen haben?

Ich freue mich auf Eure Kommentare.

TARALANDSylvieTARALAND LEHRKÜCHEN LOGO

Werbeanzeigen