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– Holunder –

Das Kinderlied / Ringtanz kennt wohl jeder:

Ringel, Ringel, Reihe,
wir sind der Kinder dreie,
wir sitzen unter’m Holderbusch
und machen alle husch, husch, husch.

Dieses Ringelreihen und damit Ringtänze sind die Überreste alter heidnisch-keltischer Rituale, die mit der Ur-Göttin Frau Holle verbunden waren. Die Bedeutung des Hollerbuschs stammt ja auch aus dieser Zeit. Er war Sitz der Göttinnen Holla und Freya.
In dem Kinderspiel ist die Erinnerung an die Göttin, die ihren Sitz im Hollerbusch hat, in Erinnerung geblieben. In der Zahl DREI werden die Priesterinnen jener Göttin symbolisiert – bei uns als die Drei Bethen bekannt.
Auch das Kreisziehen ist eine alte magische Handlung.

Somit ist in diesem altem Kinderspiel viel altes Wissen überliefert.

Der Holderbusch oder auch Hollerbusch – tja, das ist der Holunderbusch.
Seine weissen Blütendolden sehen aus wie Spitzen. Sie locken nicht nur Insekten an. Für diese Dolden schlagen sich auch Gourmets und  Fans von selbst gemachten Köstlichkeiten ab Juni als Pflücker in die Büsche. Da Holunder eigentlich keine Seltenheit ist, steht vielleicht ein Strauch in voller Blütenpracht direkt hinterm Haus. 
Der Holunder bildet eine Pflanzengattung in der Familie der Moschuskrautgewächse. Am bekanntesten ist der SCHWARZE HOLUNDER, auch Fliederbeerbusch, Holler oder Holder genannt. Daneben gibt es noch den Roten Holunder und den staudenförmigen Zwerg-Holunder. Halbsträucher, Sträucher und Bäume haben eine Wuchshöhe bis zu 15 Meter.  Die rispenartigen Dolden setzen sich aus vielen Blüten zusammen.
 
Die beerenähnlichen Steinfrüchte können je nach Reife schwarz, blau oder rot sein. Der Gattungsname ist Sambucus und wurde erstmals durch Carl von Linné festgelegt. In der nordischen Mythologie der Germanen wurde der Holunder der Beschützerein für Haus und Hof „Frey“ zugeordnet. Die Göttin der Quellen und Brunnen „Holla“ wurde unter dem Holunderbusch um Fruchtbarkeit der Felder gebeten. Frau Holle ist jedem Kind bekannt. Der Baum mit all seinen Bestandteilen ist noch heute Grundbestandteil der Bauern-/ Hausapotheke.
Nicht nur seine medizinischen, auch seine magischen Wirkungen werden geschätzt. Vitamin C und B2 sowie ätherische Öle und Mineralstoffe sind neben starken Antioxidantien genannt.  Holunderblüten bringen die Nieren wieder auf Trab, Holunderbeeren stärken das Immunsystem und wirken Fiebersenkend. Ob Hollerküchlein, Fliederbeerensaft oder Holunderkompott, in der Küche ist Holunder ein Hit.
Schneller als gedacht, landet Holunder als prickelndes Gelee, als Saft oder Likör auf dem Tisch oder in das Glas. Und mit frisch ausgebackenen Blüten zum Five o´clock Tea avancieren sie zur absoluten Holunder-Queen.
 
Holunderblüten sollte man nicht direkt am Strassenrand pflücken. Schadstofffreiere Holunderblütenbüsche wachsen am Waldrand oder Feldweg. Damit das volle Aroma in den Blüten steckt, ist es am besten, die Dolden an einem sonnigen Tag zu ernten, und zwar um die Mittagszeit, wenn der Sonnenstand am höchsten ist. Dann sind die Blüten voll aufgeblüht.

Achtet darauf, dass keine Läuse am Holunder sitzen. Zu Hause die Blüten über einem weissen Laken ausschütteln. Da lässt sich besser kontrollieren ob alle Mitbewohner raus sind.

Wichtig:

Nur schütteln, nicht waschen! Die Blüten verlieren sonst zuviel Aroma!

 
Hier nun die Rezeptideen:
Gebackene Holunderblüten
Holunderblütengelee
Holunderblüten Likör
Holunderblüten Limonade
Glühweingelee mit Holunderbeerensaft
Holunderblüten Bowle
Holunderblüten Panna Cotta
Holunderblüten Sirup
Holunderbeerensaft s. Grundrezept Saft

TARALANDSylvie

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